Erfahrungen

„Per Roma non basta una vita“ – ein Freijahr schon gar nicht…

Es wäre mir ein Leichtes, ohne Probleme all das aufzählen, was ich in einem Jahr Rom alles NICHT gesehen, erlebt und geschafft habe. Dagegen genau ein einziges Etwas herauszupicken, was mir ganz besonders in Erinnerung bleiben wird, ist nicht einfach…

Denn, hat man erst einmal die Hürden des Anfangs genommen, die ersten Wochen damit verbracht, sich von einem Amt zum nächsten schicken zu lassen und hat man sich erst einmal damit abgefunden, dass ein beliebiges öffentliches Verkehrsmittel einen nur dann von „A“ zur Vorlesung transportiert, wenn es gerade lustig ist, dann ermöglicht Rom, vielleicht wie keine andere Stadt vor allem den Theologiestudenten einfach einzigartige Möglichkeiten: In keiner anderen Stadt treffen so viele Menschen geballt aufeinander, die alle „katholisch“ und doch so unterschiedlich sind in ihren Glaubensvorstellungen. In keiner anderen Stadt hat man die Möglichkeit, so viele, auf unterschiedlichste Art und Weise gestaltete Gottesdienste besuchen zu können. Manches schreckt ab, wirkt befremdlich. Vieles dagegen bereichert aber auch, regt zum Nachdenken und Reflektieren an. In meinem Freijahr haben mich im Hinblick auf die Theologie gerade nicht besonders effizient und strukturiert gestaltete Seminare oder Vorlesungen beeindruckt – das sollte man vom Italiener an sich auch nicht auf die Art und Weise erwarten, die wir man von Deutschland aus gewohnt ist – sondern genau diese Möglichkeit der Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen und Konzepten von Glauben.

Was das „profane“ Leben betrifft, sollte man sich keinen allzu idyllischen Vorstellungen hingeben: Rom ist eine Großstadt, laut und oft anstrengend. Wer aber genauer hinschaut, morgens ganz früh zum Markt fährt um das beste Obst der Welt zu kleinsten Preisen (und das ist in Rom eine Seltenheit!) zu erhalten und feilschende Italiener beim Einkauf zu beobachten, wem es gefällt, schon um 7.30h schon bei Cafè und Cornetto die komplette innenpolitische Lage Italiens am Tresen der Lieblingsbar vom Nebenmann – volens o nolens – kommentiert bekommen zu haben und wer dann auch noch ein klein wenig für bekannte oder unbekannte Kunstschätze, Ruinen und alte Steine übrig hat, dem wird diese Stadt nicht nur gefallen… Der wird einfach immer wieder kommen müssen, um genau das, was er im Freijahr nicht gesehen, erlebt oder geschafft hat, nachzuholen!

Katharina Form, 23 Jahre, Studentin im schönen Meenz
Auslandssemester in Rom im WS 2007/08

Roooooma

Für ein Auslandssemester nach Rom zu gehen war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Es war eine unvergesslich schöne Zeit, vom ersten Tag an reich gefüllt mit vielen interessanten Begegnungen, tollen Erlebnissen und prägenden Erfahrungen.

La dolce vita italiana… Ich könnte ganze Seiten schreiben über die schönsten Plätze der Welt, die einladen zum abendlichen Flanieren im warmen Schein der Straßenlaternen, vorbei an fröhlich plätschernden Springbrunnen und südländischen Musikanten… ich könnte erzählen von der besten Pizza, dem größten Eis, von galanten Italienern, vom italienischen Lebensgefühl, das von Spontaneität, Unbeschwingtheit und südländischer Frische geprägt ist; von überragender Kunst, staunenswerter Kultur, von Weltkirche, dem Papst und vielem, vielem mehr!

In Rom trifft sich die Welt: die Stadt lockt nicht nur Pilger und Touristen von nah und fern an, sondern auch Theologiestudenten aus allen Kontinenten. In den Vorlesungssälen sitzt man neben Kommilitonen aus allen Ländern der Erde. Hier kann man nicht nur in die Tiefen der Theologie eintauchen, sondern auch die spannende Vielfalt der Kulturen, Bräuche und Traditionen erleben, Freundschaften knüpfen, alle in der Schule gelernten Sprachen anwenden, und Weltkirche erfahren – bunt, sympathisch und vielfältig. Das erweitert enorm den eigenen Horizont.

Auch mein Bild vom Papst hat sich verändert: Ihn bei verschiedensten Anlässen zu sehen und ihn dabei zu erleben als jemand, der sein Amt als Dienst versteht und stets von sich weg auf Christus verweist – das hat mich in gewisser Weise mit ihm und dem Aufbau der Kirche versöhnt.

Eine einzigartige Chance für mich als Bio- und Theologiestudentin war nicht nur Theologie an „DER Gregoriana“ zu studieren, sondern auch Bioethikkurse an der bisher weltweit einzigen bioethischen Fakultät der Universität Regina Apostolorum zu belegen. Das Angebot an Veranstaltungen ist in Rom so umfangreich, jeder gezielt nach seinen Interessen Studienschwerpunkte legen kann.
Nach Deutschland bin ich verändert zurückgekehrt – erholt, aufgetankt und mit vielen neuen Ideen und Impulsen.
Ich kann nur sagen: Rom – es lohnt sich!

Theresa Lorenz, 23 Jahre, Studentin in Köln,
Auslandssemester in Rom im WS 2007/08

Letzte Änderung: 30. November 2012

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